          

          

          

                                   
|
 |
 |
 |
 |
|

Mit einer großen Präsentation der eigenen Sammlung stellte sich das Kunstmuseum Stuttgart am Kleinen Schlossplatz erstmals der Öffentlichkeit vor. Die inhaltlich zugespitzte Eröffnungsausstellung zeigte erste Ergebnisse kunsthistorischer Befragung der über acht Jahrzehnte gewachsenen Bestände des Hauses: Wo gibt es Brüche, wo Konsistenzen? Wo bilden sich inhaltlich und formal spannende Analogien? – Die etwa 15.000 Werke umfassende städtische Sammlung bietet verschiedene Akzentuierungsmöglichkeiten: von Abstraktion und Ornamentik (Adolf Hölzel, Willi Baumeister) über Gegenständlichkeit (Otto Dix) bis hin zur Formlosigkeit (Dieter Roth) oder auch zur Konzeptkunst (Joseph Kosuth) und zum Performativen (Rebecca Horn). Auch Bezüge zur Angewandten Kunst, zum Design wurden anhand der Werke von Künstlern wie Hölzel, Schlemmer und Baumeister bei dieser ersten großen Präsentation thematisiert.
Zum Katalog
|
|
 |
|
|
|

Zwischen 1921 und 1933 porträtiert Otto Dix (1891-1969) seine Geliebte und spätere Ehefrau Martha immer wieder. 70 repräsentative Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und humoristische Briefzeichnungen zeigen Martha Dix in unterschiedlichen Darstellungen und Rollen: als mondäne, emanzipierte Frau, als Geliebte, Muse und geistreiche Gefährtin, als liebevolle Mutter und Mittelpunkt der Familie. Die verschiedenen Haltungen zum Modell, die von Bewunderung über Intimität bis zunehmender Distanz reichen, setzen sich in eine Vielfalt von Porträtweisen um; emotional aufgeladene bis nüchtern-beschreibende Werktitel unterstreichen diesen Eindruck. Gleiches gilt für die Motive und handschriftlichen Widmungen der Kunstwerke, die Dix seiner Frau über die Jahre zum Geschenk machte und die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein werden.
Marthas Porträts zeigen nicht nur die Kunst von Otto Dix in ihren Facetten und Spielarten. Sie zeichnen auch ein Bild der 1920er Jahre mit großstädtischem Flair, tradierten und neuen Geschlechterrollen, Mode, Musik, Tanz und dem Wunsch nach Freiheit in Kunst und Leben.
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat sowohl als Sponsor als auch über ihre Ankaufsbeteiligungen, Schenkungen und Leihgaben wesentliche Akzente zur Otto Dix-Sammlung im Kunstmuseum Stuttgart gesetzt. Als Sponsor der Ausstellung »Otto Dix. Hommage à Martha« ergänzte die Baden-Württembergische Bank, die seit 1. August ein Teil der LBBW ist, dieses Engagement.
Zum Katalog
|
|
 |
|
|
|

Max Bills Werk beruht auf der Vorstellung, dass Schönheit das Resultat einer geistigen, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Ordnung sei. Zwischen den Gestaltungsproblemen des Alltags und denen in der Kunst sieht Max Bill keinen prinzipiellen, sondern lediglich einen graduellen Unterschied. Mit seinem universalen Gestaltungsanspruch hat Max Bill ein umfassendes und vielschichtiges Werk hervorgebracht, dessen Arbeiten aus den verschiedenen Gattungen der Kunst, aus Architektur, Skulptur und Design sowie aus Malerei, Graphik und Typographie stammen. Seit 1987 war hier erstmals wieder eine groß angelegte Retrospektive mit über 200 Einzelobjekten aus allen Gestaltungsbereichen zu sehen. Gezeigt wurden teils großformatige Gemälde, die um das Thema Farbrhythmen und Farbquanten kreisen. Unter den Skulpturen sind Bills Bänder, die Flächen im Raum, die Kugeln und Kreissegmente. Die graphischen Reihen beinhalteten das Schlüsselwerk »15 Variationen über ein Thema«. Aus dem Bereich der angewandten Kunst stammten verschiedene Designobjekte, zu denen bis heute aktuelle Werke wie die Armband- und Wanduhren und der »Ulmer Hocker« gehören. Diverse Architekturprojekte - darunter die Hochschule für Gestaltung in Ulm - wurden vorgestellt und zeigten Bills Affinität zur »Mutter aller Künste«. Zahlreiche mehrteilige Arbeiten aus den Bereichen Werbung, Typografie, Plakat- und Buchgestaltung ergänzten die Ausstellung.
Zum Katalog
|
|
 |
|
|
|

Auf dem Kleinen Schlossplatz stellt das Kunstmusem Stuttgart in lockerer Folge Künstlern Gestaltungsraum zur Verfügung. Als erste Künstlerin schuf Mariella Mosler hier einen Skulpturengarten: Auf spiegelndem Grund luden drei amorphe Sitzelemente zum Verweilen ein. In deren Mitte schraubte sich ein vier Meter hoher, stilisierter Baum aus Bronze in den Himmel. Seine grell orangerote Lackierung zitiert Airbrush-Motive aus Motorradzeitschriften - zwischen Hülle und Kern liegt das Spannungsfeld von Trash und Hochkultur. Mariella Mosler, die seit 2003 als Professorin an der Stuttgarter Kunstakademie lehrt, wurde in den 90er Jahren durch ihre Ornament-Arbeiten aus Sand, Haar und Fruchtgummis international bekannt.
|
|
 |
|
|
|
|