Fritz Winter (1905-1976) zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach Lehrjahren am Bauhaus in Dessau bei Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und Paul Klee entschied sich Winter um 1930 für eine abstrakte Malerei. In den folgenden Jahrzehnten entstand ein facettenreiches Oeuvre, das in spannungsvollen Bildformen immer wieder auf natürliche Strukturen verweist: Pflanzenwachstum und Gesteinsformationen, Mikroorganismen und Sternbilder. Winters Themenvielfalt, technische Experimentierfreude und serielle Bildfindung werden besonders anschaulich in seinen Arbeiten auf Papier. Rund 250 Werke, darunter zahlreiche selten gezeigte Blätter, waren in der Stuttgarter Retrospektive zu sehen: Collagen, Gouachen, Monotypien und Ölmalereien, Bleistift-, Pinsel-, Kreide- und Filzstiftzeichnungen. Neu zu entdecken war ein beeindruckendes Lebenswerk - überraschend vielgestaltig und aktuell. Ausgangspunkt für die Ausstellung war der reiche Sammlungsbestand der Konrad Knöpfel-Stiftung Fritz Winter, die sich seit 1994 im Kunstmuseum Stuttgart befindet. Das Fritz-Winter Haus in Ahlen, die Fritz-Winter-Stiftung in München sowie zahlreiche Museen und Privatsammler unterstützten das Projekt durch bedeutende Leihgaben.

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Polylit – ist das ein Kunststoff? Nein! Eine fast zehn Meter hohe Skulptur aus spiegelndem Glas, die auf elektromagnetische Strahlung mit Licht und Ton antwortet. Der selbstleuchtende Oktaeder erinnert an eine monumentale kristalline Struktur. Entworfen von Carsten Nicolai, einem der bekanntesten jungen deutschen Künstler, und ausgeführt von Werner Sobek, dem international renommierten Architekten und Ingenieur innovativer Baukonstruktionen, lotet die neue Skulptur auf dem Kleinen Schlossplatz die Grenzen zwischen Natur, Kunst und Technik aus. Mobiltelefone oder Wireless-LAN-Computer können jedenfalls nicht mehr ohne künstlerische Folgen auf dem Kleinen Schlossplatz kommunizieren, denn das Skulpturenprojekt von Carsten Nicolai ist interaktiv und reagiert auf Umwelteinflüsse.
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Wenn die Dunkelheit einbricht, erstrahlt der Neubau des Kunstmuseum Stuttgart und setzt einen gewichtigen Akzent im nächtlichen Stadtbild. An einem solchen Ort der Entwicklungsgeschichte der Nachtfassade nachzugehen, leuchtet buchstäblich ein. Mit »Leuchtende Bauten: Architektur der Nacht« widmete sich erstmals eine umfangreiche Ausstellung dem Thema der Architekturillumination. Die großen Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts waren das Experimentierfeld der modernen Architekturbeleuchtung: So wurde 1889 in Paris der neu errichtete Eiffelturm des Nachts zum Leuchtturm. Aber erst in den 1920er Jahren avancierte die Nachtfassade zum zentralen Anliegen der Architekten, die avantgardistische technische und ästhetische Lösungen für die Großstädte suchten.
Die Ausstellung veranschaulichte die europäische und amerikanische Illuminationsgeschichte durch beleuchtete Modelle, Fotografien, Gemälde, visionäre Entwürfe und architektonische Leuchtskulpturen. Ein großes Kapitel stellte zudem jüngste Entwürfe und Bauten mit außergewöhnlichen Lichtfassaden vor. Die aktuelle Frage, wie innerstädtische Beleuchtungskonzepte zwischen Kommerz und ästhetischem Anspruch aussehen können, rückte dabei besonders ins Blickfeld.

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Parallel zur Ausstellung »Piktogramme – Die Einsamkeit der Zeichen« gastierte das Kunstmuseum erstmals am Flughafen Stuttgart mit großformatigen Piktogramm-Flaggen von Matt Mullican. An diesem einzigartigen Ausstellungsort, der naturgemäß überall weg- und handlungsweisende Piktogramme einsetzt, wurde die Frage der Stuttgarter Sonderschau umso eindringlicher vor Augen geführt: Was passiert, wenn das auf schnelle und eindeutige Lesbarkeit angelegte Piktogramm in die Kunst überführt wird?




Ob Ampelmännchen, Richtungspfeil oder durchgestrichene Zigarette - Piktogramme umgeben den modernen Menschen heute überall. Sie sind unverzichtbare Bestandteile internationaler Verständigungscodes und darum von zentraler Bedeutung für das Thema der Zeichenbildung in der Kunst. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts arbeiten Künstler an der Entwicklung einer Universalsprache jenseits des gesprochenen oder geschriebenen Wortes. Die Ausstellung »Piktogramme - Die Einsamkeit der Zeichen« mit rund 350 Exponaten aus dem In- und Ausland zeichnet die bislang wenig untersuchte Vorgeschichte des Piktogramms in der Kunst bis in die Gegenwart nach. Am Ende steht die spannende Frage: Was passiert, wenn ein Künstler das nüchterne Zeichen, das auf schnelle, intuitive und eindeutige Lesbarkeit angelegt ist, in den bedeutungsoffenen Raum der Kunst verschiebt?
Die Ausstellung wird durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert.



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