Ob als Schlagbaum oder Clubmitgliedskarte, Doktortitel oder Wartenummer beim Arbeitsamt - sichtbare und unsichtbare Grenzen umgeben uns überall. Über ausgewählte Fotografien und Videoarbeiten aus den Beständen des Wiener Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig (MUMOK) nähert sich die Stuttgarter Ausstellung »cross-border« diesem vielschichtigen Thema. Befragt werden rund 200 Arbeiten von international renommierten Künstlern wie David Goldblatt, Nan Goldin, Louise Lawler, Thomas Ruff, Rainer Ganahl, The Atlas Group oder Anna und Bernhard Blume, aber auch aktuelle Positionen von jungen Künstlern wie Florian Pumhösl oder Markus Schinwald kommen zu Wort. Das Kunstmuseum Stuttgart nimmt die Sonderschau zum Anlass, auf die Lücken in der eigenen Sammlung hinzuweisen und den Aufbau einer Fotografie- und Videosammlung anzugehen.




Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und der Architekt und Künstler Franz Krause arbeiteten zwischen 1937 und 1944 für die Wuppertaler Lackfabrik Dr. Kurt Herberts & Co. an Untersuchungen zur Maltechnik. Sie hatten früh im Nationalsozialismus ihre Professuren verloren und erhielten 1941 zusätzlich Mal- und Ausstellungsverbot. Im Wuppertaler Arbeitskreis erprobten sie die Möglichkeiten der Oberflächengestaltung von Lacken und fertigten dabei mehr als 160 Versuchstafeln an. Diese Tafeln stehen im Mittelpunkt der Ausstellung »Laboratorium Lack: Baumeister, Schlemmer, Krause 1937-1944«. Sie zeigen Bearbeitungen wie Tropfen, Fließen, Gestaltung mit Fingern oder Instrumenten oder anderen Stoffen wie Sand. Die Lackexperimente stehen an der Grenze zwischen Materialerprobung und Kunst. Sie gelten als unbekannte Vorläufer des Informel.
Mit außergewöhnlichem Engagement konnten die »Freunde des Kunstmuseums Stuttgart« diese einmaligen Arbeiten erwerben; sie werden dem Kunstmuseum im April 2007 feierlich übergeben und gehören ab dann zum Bestand der Sammlung.

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Als »Zeitgeist-Rebellin« tituliert der ›Spiegel‹ die Konzeptkünstlerin Josephine Meckseper, als anspielungsreiche Anhängerin Jean Baudrillards charakterisiert sie ›Die Zeit‹. Ihren internationalen Durchbruch erlebte die Deutsche, die seit vielen Jahren in New York lebt und arbeitet, mit der erfolgreichen Teilnahme an großen Ausstellungen und Biennalen zur zeitgenössischen Kunst wie zuletzt an der Whitney Biennale 2006 oder der Moscow Biennale 2007. Das Kunstmuseum Stuttgart widmet Mecksepers Gesamtwerk jetzt die erste große Einzelpräsentation: Über 150 Exponate auf 1.200 Quadratmetern geben einen Überblick über Mecksepers Schaffen von den frühesten Werken bis zu ganz neuen Arbeiten, die sie speziell für die Stuttgarter Ausstellung entwickelt hat. Meckseper arbeitet mit sämtlichen Medien und in verschiedensten Techniken: Sie baut große Installationen, errichtet Schaufenster, fertigt Skulpturen, Gemälde, Fotografien und Filme.

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Willi Baumeister, der als Maler und Typograph im Nachkriegsdeutschland als einer der bedeutendsten Vertreter der Abstrakten Malerei bekannt wurde, hatte bereits 1919 sein erstes Bühnenbild für das »Deutsche Theater Stuttgart« entworfen. Bis zum Zweiten Weltkrieg konnte er weitere acht Bühnenbilder realisieren, nach Kriegsende folgten nochmals neun Bühnenprojekte. Es waren Bühnen- und Kostümgestaltungen für das Sprechtheater wie »Die Wandlung« von Ernst Toller, für das Ballett wie »Liebeszauber« von Manuel de Falla oder für die Oper »Ariodante« von Georg Friedrich Händel. In der Ausstellung werden ausdrucksstarke Skizzen und veranschaulichende Entwürfe zu verschiedenen Theaterstücken zu sehen sein. Fotos von Theaterproben und Aufführungen, Presserezensionen und Korrespondenzen mit humorvollen, privaten Skizzen ergänzen das Ausstellungsmaterial.

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Nichts fasziniert und fesselt unsere Aufmerksamkeit so stark wie der Anblick eines anderen Menschen. Im Vergleich mit dem Gegenüber erkennen wir uns selbst. Die Porträtmalerei zählt darum zu den ältesten Formen der Kunst. Ein ägyptisches Mumienporträt aus dem ersten Jahrhundert bildet den Auftakt der Ausstellung »Getroffen. Otto Dix und die Kunst des Porträts« im Kunstmuseum Stuttgart. Im Zentrum steht jedoch jener unbestechliche Porträtist des 20. Jahrhunderts: Auf über tausend Quadratmetern sind 64 Gemälde von Otto Dix zu sehen, darunter 40 Leihgaben aus Museen wie dem Metropolitan Museum in New York oder der Galerie Neue Meister Dresden. Das Kunstmuseum Stuttgart mit seiner weltweit bedeutendsten Otto Dix-Sammlung stellt damit erstmals dessen Porträtkunst in den Mittelpunkt einer großen Ausstellung. Den Werken von Otto Dix werden weitere 88 Porträts anderer Künstler von Lucas Cranach bis Andy Warhol gegenübergestellt. Die Begegnung mit Gemälden von Kirchner, Kokoschka, Heckel oder Francis Bacon sowie Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern wie Duane Hanson, Gerhard Richter oder Wolfgang Tillmans macht die zeitenübergreifende Bedeutung des Porträtisten Otto Dix sichtbar.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat sowohl als Sponsor als auch über ihre Ankaufsbeteiligungen, Schenkungen und Leihgaben wesentliche Akzente zur Otto Dix-Sammlung im Kunstmuseum Stuttgart gesetzt. Als Sponsor der Ausstellung »Getroffen. Otto Dix und die Kunst des Porträts« ergänzt sie dieses Engagement.




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