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Mit Jörg Obergfell startete das Kunstmuseum Stuttgart die Ausstellungsreihe »Frischzelle«: Dreimal im Jahr wird derselbe abwechslungsreiche Raum zum Experimentierfeld und zur Herausforderung für junge Künstler. Der 1976 in St. Georgen im Schwarzwald geborene Jörg Obergfell ließ den Raum mit einem einsamen Riesensalamander zur Unterwasserlandschaft, mit einem schwarzen Stern zum Himmelsgewölbe werden. Seine aus Lindenholz geschnitzten, teils bemalten Skulpturen leiten sich aus unterschiedlichen Quellen ab: Alltagsgegenstände, Aspekte der Subkultur und Formen und Motive der Kunstgeschichte werden vermischt und über das Format bewusst gleichgestellt: Warum sollte ein Pflanzenblatt auch kleiner sein als ein Hochhaus?
Möglich wird das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG.
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Mit der 1971 in Düren geborenen Künstlerin Alex Müller setzte das Kunstmuseum Stuttgart seine Ausstellungsreihe »Frischzelle« fort: Erneut wurde ein bestimmter Museumsbereich zum Experimentierfeld für junge Kunst. Alex Müller gestaltete einen wandfüllenden Setzkasten, in dem sie ihre persönlichen Schätze versammelte: Bildobjekte, Wandzeichnungen und bearbeitete Fundstücke verwandelten die »Frischzelle« in eine abenteuerliche Welt. Die Künstlerin entfaltete eigenwillige Stimmungsbilder, ohne hermetisch zu sein: Ihr Schatzhaus lud zu visuellen Beutezügen ein und blieb durchlässig für die Schwingungen des Ausstellungsorts - gemäß der aus einem Sindbad-Film entlehnten Abenteurerweisheit »Wände haben Mäuse, und Mäuse haben Ohren.«
Möglich wird das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG.
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Als dritte junge Künstlerin füllte die 1974 in Altdorf bei Nürnberg geborene und in Stuttgart lebende Pia Maria Martin unseren Frischzellen-Raum. Pia Martin arbeitet im Medium Film und widmet sich dabei aufmerksam den scheinbar unbedeutenden Gegenständen und vertrauten Prozessen unseres Alltags. Für den musealen Zusammenhang und die Nachbarschaft zu Werken Dieter Roths aus sich zersetzenden organischen Materialien plante Pia Maria Martin drei animierte Filme, die sich aus der Tradition des Vanitas-Stilllebens im 17. Jahrhundert ableiten - mit koloristischen Reizen, raffinierter Beleuchtung und Gegenständen, die die Vergänglichkeit des Lebens und der irdischen Güter symbolisieren.
Möglich wurde das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG.
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Albrecht Schäfer setzt sich in seinen Arbeiten mit Architektur, Stadt und Raum auseinander. So drehte der Berliner Künstler eigens für die vierte Präsentation in der Reihe »Frischzelle« das minimalistische Video »Freier Fall«. Es erzählt die Geschichte eines fallenden Blatt Papiers, das durch den über acht Meter hohen Ausstellungsraum segelt. Der Flug des Blattes macht die Bedingungen von Raum und Zeit, sowie die Leere und das Volumen des Ausstellungsraums sichtbar. Für seine Decollagen aus Tageszeitungen schneidet der Künstler Textblöcke aus Nachrichtenblättern heraus, bis nur noch monochrome kleine Quadrate, einzelne Wörter oder Buchstaben an den Randstegen des Zeitungspapiers stehen bleiben. Die ehemals dicht bedruckten Zeitungsseiten verwandeln sich in dadaistische Lautgedichte und architektonische Grundrisse.
Möglich wurde das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG.
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Die in Berlin lebende Künstlerin Susanne Kutter umkreist mit ihren Videoarbeiten und Installationen immer wieder das ›traute Heim‹, das durch markante Eingriffe in Aufruhr versetzt wird. In ihrem bekanntesten Video »Flooded Home« (2003) richtete die heute 35-Jährige ein komplettes Wohnzimmer in einem Schwimmbad ein: Nach und nach wird das Wasser eingelassen, Schränke, Sessel und Tische heben langsam ab und schwimmen durch das Becken. Das plötzliche Einbrechen des Chaos und die Zerstörung des geordneten Systems durch eine absurde Maßnahme sind charakteristisch für die Werke von Susanne Kutter. Für die fünfte Präsentation der Ausstellungsreihe »Frischzelle« im Kunstmuseum Stuttgart zerschmetterte Susanne Kutter einen Kronleuchter: »Herrn Orleanders großer Auftritt« ist ein grandioses Scheitern.
Möglich wurde das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG.
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Wann beginnen Tuscheflecken Bedeutung zu erzeugen? Wie rekonstruiert sich Wirklichkeit aus der Erinnerung? In Tusche- oder Faserstiftzeichnungen erarbeitet sich der Berliner Zeichner Alexander Schellow Punkt für Punkt Erinnerungsprotokolle. Aus zeitlicher Distanz fixiert er in der Serie »sammlung« Gesichter flüchtig gesehener Passanten. Seine Arbeit »3sekunden« untersucht die Lücken in der Wahrnehmung anhand der Bilderfolge einer Taubengruppe. Die sechste Präsentation der Ausstellungsreihe »Frischzelle« zeigte zudem Schellows neue Kurzfilmreihe »Spots«. In drei Sekunden langen Animationen verfolgt er die Frage, wann in unserer Vorstellung eine Erzählung entsteht.
Möglich wurde das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG.
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Pablo Wendels Projekte wirken ebenso subtil wie radikal: Bei ihm lernt ein Fisch zu fliegen, nachdem er an einer speziell konstruierten ›Ballon-Angel‹ angebissen hat; ein Kaktus erfriert künstlich von innen heraus und vereist durch den Atem seiner Betrachter; ein Sessellift schwebt scheinbar unbeschadet auf einer Hochspannungsleitung dem Sonnenuntergang entgegen. Mit seiner Intervention »Terracotta Warrior« im Museum bei Xi’an erregte der heute 26-jährige Künstler 2006 nicht nur in China große Aufmerksamkeit. Auch die vielen eigens für die Ausstellungsreihe »Frischzelle_07« entwickelten Arbeiten zeichnet eine Verknüpfung von Leben und Kunst aus.
Möglich wurde das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG.
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Gereon Krebber gehört zur jungen Generation deutscher Künstler, die sich wieder verstärkt der Plastik widmet. Seine augenfälligen Gebilde bestehen aus alltäglichen Materialien wie Gelatine, Beton, Frischhaltefolie, Styropor und Papier. Aus ihnen formt er grell leuchtende Blöcke oder riesige Rollen, die auf die Architektur des jeweiligen Ausstellungsortes reagieren. Krebbers Skulpturen wirken in ihrer Umgebung ausgesprochen körperlich und lebendig. Im Rahmen der achten »Frischzelle« im Kunstmuseum Stuttgart gestaltet der Bildhauer, der an der Kunstakademie Düsseldorf und am Royal College of Art in London studiert hat, drei eigens für die Museumsräume konzipierte Arbeiten. Wie die meisten seiner Werke werden auch die für das Kunstmuseum entstandenen Plastiken nach Ausstellungsende zerstört werden.
Für seine innovative Verbindung traditioneller Prinzipien der Bildhauerei mit modernen Materialien erhielt Gereon Krebber im Dezember 2007 den renommierten >Kunstpreis junger westen<.
Möglich wurde das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. Wir danken herzlich dafür!
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»Mich interessiert das Spannungsfeld zwischen Flüchtigkeit und Dauer, die Struktur eines Materials und dessen Potenzial zur Veränderung.« Luka Fineisen, die an der Kunstakademie Düsseldorf studiert hat, geht es bei ihren Skulpturen um Grenzen und die richtige Balance. Diese erkundet die 34-jährige Bildhauerin als neunte Künstlerin in der Ausstellungsreihe »Frischzelle« im Kunstmuseum Stuttgart. Ihr neuestes Werk »Flutung« beeindruckt bereits vom oberen Stockwerk aus: eine über hundert Quadratmeter große Rauminstallation aus Zellophan begräbt die letzten, ins Untergeschoss führenden Treppenstufen unter sich, so dass den Passanten nur ein schmaler Gang zwischen Skulptur und Geländer bleibt. In diesem eigens an die Museumsarchitektur angepassten ›künstlichen Naturschauspiel‹ spielt die 2007 mit dem Max-Pechstein-Förderpreis ausgezeichnete Künstlerin mit den Gegensätzen von Schwere und Leichtigkeit, Transparenz und Dichte.
Möglich wurde das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. Wir danken herzlich dafür!
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Stefan Burgers Fotoarbeiten zeichnen sich durch feine Ironie und subversiven Witz aus. Ausgehend von der Fotografie, mit der er sich während seines vierjährigen Studiums an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich intensiv auseinandersetzte, entwickelt der gebürtige Badener seine skulpturalen Arbeiten, Installationen und Aktionen. Der 31-jährige Künstler stellt die Möglichkeiten des auf Illusion angelegten Mediums der Fotografie auf die Probe und untersucht zugleich das Verhältnis von Künstler, Werk und Publikum. Mit einer mehrere Meter hohen »Wandtapete«, die Burger eigens für den Ausstellungsraum gestaltet hat, präsentiert das Kunstmuseum in der Reihe »Frischzelle« erstmals eine fotografische Position.
Möglich wurde das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. Wir danken herzlich dafür!
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Stuttgart im Superwahljahr. Die Stadt ist ein Meer aus Plakaten und Politparolen, die um die Gunst des Bürgers werben. Doch hat die einzelne Stimme Gewicht? Wird sie, über das Wahlkreuz hinaus, gehört? Ja, zumindest wenn es nach dem Willen von Nasan Tur geht. Der deutsche Künstler mit türkischem Hintergrund setzt in seiner eigens für das Kunstmuseum entstandenen Arbeit »Stuttgart says« den anonymen Stimmen der Stadt ein Denkmal: Auf eine 70 Quadratmeter große Museumswand sprayt der 35-Jährige über 400 Graffiti-Sprüche, die an Hauseingängen oder Steinmauern in Stuttgart zu finden sind, bis sich die Schriftzüge zu einem nicht mehr zu entziffernden Gewebe verdichten. Spontan Protestwilligen stellt Tur mit seiner neuen Arbeit »Demo-Kit-Automat« eine Maschine zur Verfügung, die die nötige Grundausrüstung für eine Demonstration auswirft. Kunst oder Agitation? Mit einem ironischen Augenzwinkern nimmt sich der elfte Künstler in der Ausstellungsreihe »Frischzelle« der Frage nach individuellen Handlungsspielräumen an – einschließlich denen der Kunst.
Möglich wurde das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. Wir danken herzlich dafür!
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Bevor Katinka Bock mit einer Arbeit beginnt, begibt sie sich auf Spurensuche. In intensiver Recherche setzt sie sich mit Geschichte und Architektur der Orte auseinander, für die ihre Skulpturen, Filme und Installationen bestimmt sind. Ein besonderes Anliegen der in Paris lebenden Künstlerin ist es, dem Betrachter durch ihre Arbeiten neue Sichtweisen auf die direkte Umgebung zu bieten. Dabei ist ein wesentlicher Aspekt das Aufdecken von Raumbezügen, Zeitstrukturen und Maßverhältnissen.
Für die zwölfte »Frischzelle« im Kunstmuseum Stuttgart entwickelte die 33-Jährige eine Installationsanordnung, die mithilfe natürlicher Materialien wie Ton, Papier, Holz, Metall und Stein Verborgenes sichtbar macht: Die Künstlerin zeigt zum Beispiel eine Tonskulptur mit Reifenspuren, die an das alte Tunnelsystem erinnern, in dem sich heute der Sammlungsbereich des Kunstmuseums befindet.
Möglich wird das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. Wir danken herzlich dafür!
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