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Frischzelle_11: Nasan Tur

19.9.-13.12.2009

Stuttgart im Superwahljahr 2009. Die Stadt ist ein Meer aus Plakaten und Politparolen, die um die Gunst des Bürgers werben. Doch hat die einzelne Stimme Gewicht? Wird sie, über das Wahlkreuz hinaus, gehört? Ja, zumindest wenn es nach dem Willen von Nasan Tur geht. Der deutsche Künstler mit türkischem Hintergrund setzte in seiner eigens für das Kunstmuseum entstandenen Arbeit »Stuttgart says« den anonymen Stimmen der Stadt ein Denkmal: Auf eine 70 Quadratmeter große Museumswand sprayte der Künstler über 400 Graffiti-Sprüche, die an Hauseingängen oder Steinmauern in Stuttgart zu finden sind, bis sich die Schriftzüge zu einem nicht mehr zu entziffernden Gewebe verdichten. Spontan Protestwilligen stellte Tur mit seiner neuen Arbeit »Demo-Kit-Automat« eine Maschine zur Verfügung, die die nötige Grundausrüstung für eine Demonstration auswirft. Kunst oder Agitation? Mit einem ironischen Augenzwinkern nahm sich der elfte Künstler in der Ausstellungsreihe »Frischzelle« der Frage nach individuellen Handlungsspielräumen an – einschließlich denen der Kunst.


Möglich wurde das Projekt durch die Förderung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. Wir danken herzlich dafür!



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Katalog:

Frischzelle_11: Nasan Tur

 

Hg. Kunstmuseum Stuttgart, Text: Annika Plank
Deutsch/Englisch, 2009

32 S., 28 Abb., 21 x 15 cm, 5 €

Bild: FZ_Nasan_Tur_Katalog_93e7ad.jpg
Katalog Frischzelle_11: Nasan Tur