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Gottfried Graf, Kosmische Schöpfung (Wassergeist den Feuergeist begehrend)

 

Gottfried Graf (1881-1938) trat um 1914 in die Klasse von Adolf Hölzel an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart ein und wurde Teil des berühmten Hölzel-Kreises. Vor allem Hölzels Farbenlehre übte großen Einfluss auf Grafs Kunst aus. Im Jahr 1921 wurde Graf Leiter der Holzschnittklasse und 1925 Professor für Grafik an der Akademie. Neben dem Einfluss der Stuttgarter Avantgarde war auch eine Reise nach Frankreich, auf der Graf die Bekanntschaft mit dem französischen Kubisten Albert Gleizes machte, für sein künstlerisches Schaffen von zentraler Bedeutung. Aus diesen beiden Einflüssen entwickelte er seine eigene Bildsprache, die im Gemälde »Kosmische Schöpfung« von 1916/17 bereits deutlich sichtbar wird. Graf gliedert seine Figuren in einzelne Flächen auf, die er neben- und übereinander platziert. Anders als bei den französischen Kubisten dominiert in der »Kosmischen Schöpfung« aber die Farbe über die Linie als bildgebendes Element.

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Bild: Graf_KosmischeSchoepfung_web_f71b84.jpg
Gottfried Graf, Kosmische Schöpfung (Wassergeist den Feuergeist begehrend), 1916-1917, Kunstmuseum Stuttgart