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Johannes Itten, Kristall

 

Der Verein der »Freunde des Kunstmuseum Stuttgart« hat das Werk »Kristall« von Johannes Itten aus dem Jahr 1960 erworben. Das 65 mal 55 Zentimeter große Ölgemälde aus dem Spätwerk des Schweizer Künstlers ergänzt auf ideale Weise die zwölf Arbeiten aus Ittens Frühphase bis 1921, die sich bereits in der Sammlung des Kunstmuseum Stuttgart befinden.

 

Das neu erworbene Gemälde »Kristall« zeugt von Ittens lebenslanger Auseinandersetzung mit den Spektralfarben: Die Bildfläche ist dynamisch in Felder aufgeteilt und aus der Gesamtheit des Farbspektrum scheinen einzelne Nuancen in den entstehenden Facetten auf. Der Kristall ist dabei eine Metapher für die Kunst schlechthin, deren Tradition sich über den Expressionismus bis in die Romantik zurückverfolgen lässt. Nach seinem Wechsel 1913 von Genf an die Stuttgarter Akademie hatte Johannes Itten (1888 – 1967) sich als Schüler Adolf Hölzels mit den Grundbegriffen abstrakten Kunstschaffens und dessen Farbenlehre vertraut gemacht. Hölzels Farbenlehre entwickelte er später weiter und vermittelte sie in seiner Lehrtätigkeit am Bauhaus von 1919-23 einer ganzen nachfolgenden Künstlergeneration.

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Bild: Itten_Kristall_5f42fd.jpg
Johannes Itten, Kristall, 1960, Dauerleihgabe der Freunde des Kunstmuseum Stuttgart, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012