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Plastik von Norbert Kricke im Kunstmuseum Stuttgart

Die Sammlung des Kunstmuseum Stuttgart umfasst einen reichen Bestand an deutschem Informel von internationaler Bedeutung: Angefangen bei den Malern K.R.H. Sonderborg und Emil Schumacher bis hin zu den Bildhauern Emil Cimiotti und Otto Herbert Hajek. Seit Juni 2015 ist die »Große Raumplastik Gelb-Weiß-Schwarz« (1956) von Norbert Kricke aus der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München als Leihgabe im Kunstmuseum Stuttgart zu sehen. Die Arbeit wird in einem Raum mit weiteren deutschen Positionen präsentiert, die die wichtigsten Aspekte plastischer Ideen der 1950er- und 1960er-Jahre vor Augen führen.

Die Arbeit »Große Raumplastik Gelb-Weiß-Schwarz« verknüpft sowohl plastischen als auch zeichnerischen Ausdruck. Die orthogonal und horizontal einknickenden Stangen aus schwerem Metall wirken wie eine sich selbstständig im Raum entwickelnde Zeichnung. Dabei besteht die Plastik aus mehreren ineinandergesteckten und matt geschliffenen Eisenröhren, die entgegen der Schwere des Materials den Eindruck von Leichtigkeit und Dynamik vermitteln.

Norbert Kricke (Düsseldorf 1922–1984 Düsseldorf) gehört zu der Künstlergeneration nach 1945, die entschlossen war, eine drastische Zäsur mit der politisch-historischen Vergangenheit zu vollziehen. Dies spiegelt sich bei dem Düsseldorfer Bildhauer in der Loslösung des Skulpturenbegriffs aus dem traditionellen Kunstverständnis wieder. Durch dynamische Verknotungen der Linie wird statisches Volumen aufgehoben, um form- und raumbestimmende Bewegung zu visualisieren.

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Norbert Kricke, Große Raumplastik Gelb-Weiß-Schwarz, 1956, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München, © Nachlass Norbert Kricke