Drei. Das Triptychon in der Moderne
Werke von Francis Bacon

Drei. Das Triptychon in der Moderne

Seit dem Mittelalter als Altar- und Andachtsbild in der abendländischen Kunst von zentraler Bedeutung, erfährt das Triptychon Ende des 19. Jahrhunderts als Bildformat eine erstaunliche Wiederbelebung: einige Künstler:innen knüpfen an das christliche Leidensmotiv an, andere laden säkularisierte Themen mit der »Pathosformel« auf.

Unter dem Eindruck der beiden Weltkriege und des damit verbundenen menschlichen Leids haben sich vor allem Otto Dix, Max Beckmann und Francis Bacon mit dieser Bildgattung auseinandergesetzt. Auch viele zeitgenössische Künstler:innen, darunter Gerhard Richter, Jonathan Meese, Damien Hirst oder Isa Genzken, wählen das Triptychon als traditionsgeladenes und dennoch höchst reizvolles Format, das Offenheit und Geschlossenheit zulässt. Ist dies Zeichen einer neu erwachten Sehnsucht nach Spiritualität oder nach einer Vollkommenheit, die letztlich im Streben nach dem – lange verpönten – »Meisterwerk« ihren Ausdruck findet?

Mit der großen Sonderausstellung »Drei. Das Triptychon in der Moderne« widmete das Kunstmuseum Stuttgart diesem prominenten Bildtypus erstmalig eine umfassende Werkschau. Gezeigt wurden 60 Triptychen, darunter internationale Leihgaben aus Tokio, New York, Washington, Barcelona, Zürich, Rom, Paris und London.
 

Kuratorin Marion Ackermann

Werk von Oskar Kokoschka
Oskar Kokoschka, Thermopylae, 1954

© Fondation Oskar Kokoschka, VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Oskar Kokoschka, Thermopylae, 1954
Werk von Willi Sitte
Willi Sitte, Höllensturz in Vietnam, 1966/67

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Willi Sitte, Höllensturz in Vietnam, 1966/67
Werke von Otto Dix und Max Beckmann
Otto Dix, Großstadt, 1927/1928, Max Beckmann, Argonauten, 1949/50

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021 für Otto Dix und Max Beckmann

Otto Dix, Großstadt, 1927/1928, Max Beckmann, Argonauten, 1949/50
Werke von Francis Bacon
Francis Bacon, Three Studies oft he Male Back, 1970

© The Estate of Francis Bacon/VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Francis Bacon, Three Studies oft he Male Back, 1970
Ausstellungsansicht Triptychon
Bjørn Melhus, Deadly Storms, 2008, Markus Lüpertz, Schwarz-Rot-Gold I-II-II, 1974, Francis Bacon, Three Studies oft he Male Back, 1970

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021 für Bjørn Melhus, © Markus Lüpertz

Bjørn Melhus, Deadly Storms, 2008, Markus Lüpertz, Schwarz-Rot-Gold I-II-II, 1974, Francis Bacon, Three Studies oft he Male Back, 1970
Ausstellungsansicht Tryptichon
Emilio Vedova, Trittico della libertà, 1950, Robert Longo, The Haunting, 2005

© Fondazione Emilio e AnnabiancaVedova, © Robert Longa

Emilio Vedova, Trittico della libertà, 1950, Robert Longo, The Haunting, 2005
Werk von Jürgen Klauke
Jürgen Klauke, Erlebnisdichte, 1990 – 1992

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Jürgen Klauke, Erlebnisdichte, 1990 – 1992
Ausstellungsansicht Tryptichon
Joe Coleman, War Triptych, 2003, Otto Dix, Karton zum Kriegstriptychon, 1930

© Joe Coleman, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 für Otto Dix

Joe Coleman, War Triptych, 2003, Otto Dix, Karton zum Kriegstriptychon, 1930
Werke von Otto Dix
Otto Dix, Ausstellungsansicht »Drei. Das Triptychon in der Moderne«, 2009

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Otto Dix, Ausstellungsansicht »Drei. Das Triptychon in der Moderne«, 2009
Ausstellungsansicht Drei. Das Triptychon in der Moderne
Ausstellungsansicht »Drei. Das Triptychon in der Moderne«, 2009
Ausstellungsansicht »Drei. Das Triptychon in der Moderne«, 2009
Ausstellungsansicht Tryptichon
Niki de Saint Phalle, O.A.S., 1962 (1991), Katharina Sieverding, Steigbild X, 1997

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021 für Niki de Saint Phalle und Katharina Sieverding

Niki de Saint Phalle, O.A.S., 1962 (1991), Katharina Sieverding, Steigbild X, 1997
Ausstellungsansicht Drei. Das Triptychon in der Moderne
Ausstellungsansicht »Drei. Das Triptychon in der Moderne«, 2009
Ausstellungsansicht »Drei. Das Triptychon in der Moderne«, 2009