Background

Gego. Die Architektur einer Künstlerin

19.02.2022 - 10.07.2022

Mit der Ausstellung »Gego. Die Architektur einer Künstlerin« widmet das Kunstmuseum Stuttgart der Künstlerin Gego (Gertrud Goldschmidt, Hamburg, DE 1912 – 1994 Caracas, VE) bereits eine zweite Präsentation.


Gego absolvierte von 1932 bis 1938 eine Ausbildung zur Architektin und Ingenieurin an der Technischen Hochschule Stuttgart. Als Jüdin war sie kurz nach Erhalt ihres Diploms zur Flucht nach Venezuela gezwungen, wo sie als Frau in einem technischen Berufsfeld nicht Fuß fassen konnte. Mitte der 1950er-Jahre beginnt sie nach Umwegen als Künstlerin tätig zu werden und schreibt über die Aufgabe des Architekturberufs an ihren früheren Professor Paul Bonatz: »Selbst unglückliche Lieben haben grossen Wert und ihre Wirkung.« Wenig später kauft das Museum of Modern Art (MoMA) in New York bereits eine erste Arbeit der Künstlerin an. Heute zählt Gego zu den wichtigsten Künstler*innen Lateinamerikas in der zweiten Hälft des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung beschäftigt sich neben der Studienzeit von Gego in Stuttgart auch mit dem fortdauernden und engen Verhältnis ihres Werkes zur Architektur.

Im Jahr 2017 übergab die Fundación Gego, Caracas, dem Kunstmuseum Stuttgart 100 Werke der Künstlerin als Dauerleihgabe. Gemeinsam mit der Universität Stuttgart und der Wüstenrotstiftung initiierte das Museum daraufhin ein dreijähriges Forschungsprojekt. Der gesamte Forschungsprozess wird von der Fundación Gego begleitet. Die Ausstellung wird kuratiert von Stefanie Reisinger.


Anlässlich der Ausstellung findet im April 2022 eine internationale Konferenz zu Gego in Stuttgart statt.

Bild: Gego_in_ihrem_Atelier_um_1978_web_b72df4.jpg
Gego in ihrem Atelier, Caracas um 1978, Foto: Ricardo Goldman, © Fundación Gego