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Stiftungen

Konrad Knöpfel-Stiftung Fritz Winter

Fritz Winter (1905–1976) gehört zu den wichtigsten Vertreter:innen der Abstraktion in Deutschland. Besonders mit den Arbeiten aus der Reihe »Triebkräfte der Natur«, die der Künstler 1944 schuf, hat er über seine Zeit hinausgewirkt. Sein Werk ist ein zentraler Sammlungsschwerpunkt des Kunstmuseums Stuttgart. Seit 1994 besitzt das Museum mit der Dauerleihgabe der Konrad Knöpfel-Stiftung Fritz Winter eine der größten Sammlungen des Künstlers mit über 500 Werken aus allen Schaffensphasen.

Der Sammler Konrad Knöpfel (1913–2010) kaufte seit 1965 Werke von Fritz Winter, oft direkt aus dessen Atelier, und war dem Künstler auch freundschaftlich verbunden. Knöpfel wollte mit seiner Sammlung das Schaffen Winters in seiner Gesamtheit abbilden. Bevor er seine Sammlung nach Stuttgart gab, hing diese in den Räumen seines pharmazeutischen Unternehmens in Nürnberg. Die Konrad Knöpfel-Stiftung Fritz Winter wurde 1994 gegründet, um das Werk von Fritz Winter zu pflegen und es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

  • Werk von Fritz Winter
    Fritz Winter, Lichtstrahlen, 1934

    Konrad Knöpfel-Stiftung Fritz Winter im Kunstmuseum Stuttgart, © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

    Fritz Winter, Lichtstrahlen, 1934
Biografie Fritz Winter

1905 in Altenbögge bei Unna geboren, studiert Fritz Winter von 1927 bis 1930 am Bauhaus in Dessau bei Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und Paul Klee. Nach frühen figurativen Arbeiten zieht es ihn zur abstrakten Kunst; in den folgenden Jahrzehnten entsteht ein umfangreiches Œuvre, das in spannungsvollen Bildformen immer wieder auf natürliche Strukturen verweist: Mikroorganismen und Sternbilder, Pflanzenwachstum, Gesteinsformationen und Kristalle. In der Zeit des Nationalsozialismus erhält Winter Malverbot. 1939 wird er zum Militärdienst einberufen und an der Ostfront eingesetzt; von 1945 bis 1949 ist er in russischer Kriegsgefangenschaft. Durch die Vermittlung seiner Frau Margarete Schreiber-Rüffer wird Winter bereits 1946 zu Ausstellungen eingeladen. 1955 erfolgt seine Berufung als Professor an die Staatliche Hochschule für bildende Künste in Kassel, wo er bis 1970 lehrt. Winter ist Mitbegründer der Gruppe »Zen 49« und nimmt an der documenta 1955 und 1959 teil. Er erhält zahlreiche Preise und Ehrungen, u.a. den 2. Preis der Biennale in Venedig (1950), den Preis der Weltausstellung Brüssel (1958) und das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik mit Stern (1974). Am 1. Oktober 1976 stirbt Fritz Winter in Herrsching am Ammersee.